Spiritueller Hintergrund
Ich bin noch nie eine Gläubige gewesen, denn schon als Kind – aufgewachsen in einem relativ liberalen katholischen Elternhaus – hatte ich schon das, was ich heute spirituelle Erfahrungen, Gotteserfahrungen und erweiterte Bewusstseinszustände nennen würde. Es fiel mir immer schon leicht, das normale Alltagsbewusstsein zu verlassen, war natürlich religiös, dabei offen und neugierig und habe mir schon früh über Gott und die Welt und wie alles zusammenhängt, eigenwillig Gedanken gemacht. Gleichzeitig war mein ästhetisches Empfinden früh ausgeprägt; ich habe Erinnerungen an beglückendes, sehr intensives Erleben in der Natur, aber auch im Zusammenhang mit faszinierenden Farben und Formen, mit „Schönheitserfahrungen“, und ich kann mich an viele inspirierende, verlebendigende Glücksgefühle bei zufälligen Ich-Du-Begegnungen im Sinne Martin Bubers und im tiefen, ehrlichen Austausch mit vertrauten Menschen erinnern.
Auf der anderen Seite wurden mir schon früh meine körperlich gefühlten Wahrnehmungen ausgeredet. Oft habe ich gehört: „Das bildest du dir doch nur ein“, „Du spinnst ja“, „Sieh das doch mal anders“ oder „Du übertreibst mal wieder“! Das führte lange dazu, dass ich mich in meine private Welt verkroch und nach außen eher angepasst, zurückhaltend, schüchtern und vorsichtig war, vermutlich für andere merkwürdige Wahrnehmungen und Gedanken zu offenbaren.
Es begann eine Art Doppelleben, denn für mich selbst, in mir, habe ich sehr frei gelebt. Ich kann mich erinnern, dass ich mit etwa 16 Jahren traurig in mein Tagebuch schrieb, dass ich Wissen habe, das einsam macht.
Ich wurde wohl früh zutiefst in meinem Realitätsverständnis verunsichert, und es könnte sein, dass das der Grund war, warum ich einerseits früh begann, mich schreibend – in Tagebüchern – mit mir selbst und mit vielen bedeutenden „Geistern“ über Bücher auseinanderzusetzen, später ein besonderes Interesse an wissenschaftlicher Untermauerung hatte und es mir wichtig wurde, meine Einsichten und Ansichten verstehen und auch begründen zu können. Wissen, auch spirituelles, wurde ganz wichtig für mich. Und es ist mir immer eine Freude gewesen, wenn ich eigenes Erleben durch andere Menschen oder spirituelle Autorinnen oder Autoren oder sogar Autoritäten bestätigt fand.
Meine frühe Suche nach Alternativen zum kirchlich geprägten Christentum hat mich viele östliche und westliche spirituelle Traditionen kennenlernen lassen. Ich habe viel gelesen, aber auch in vielen Richtungen für mich wertvolle Erfahrungen gesammelt.
Im Nachhinein kann ich feststellen, dass ich immer schon zweigleisig gefahren bin, dass mich das Transzendente, das Göttliche, die geistige Welt, andere Dimensionen der Wirklichkeit, das AllEine, der Geist angezogen haben, ich dann lange Erleuchtung/Erwachen als höchstmögliche Verwirklichung empfand und darauf in meiner spirituellen Praxis ausgerichtet war, dass mich aber auch immer die menschlich-seelische Entwicklung, das persönliche seelische Wachsen im Rahmen der Lebensgeschichte begleitet hat – im eigenen Leben, aber auch beruflich im Rahmen meiner jahrzehntelangen psycho- und körpertherapeutischen Arbeit mit anderen Menschen.
Aus einem tief empfundenen Unbehagen mit den tradierten Religionen und spirituellen Gemeinschaften und der Unmöglichkeit, mich in ihnen zu beheimaten, bin ich nun seit vielen Jahren auf der Suche nach einem neuen integrativen spirituellen Weg, der alles Gute der alten Systeme würdigt, aber auch alles uns heute zugängliche Wissen aus der Tiefenpsychologie, der Neurobiologie und der Bewusstseinsforschung integriert. Dabei sind mein Verstehen und meine Erfahrungen für mich immer ganz entscheidend gewesen.
In einem weiblichen Körper geboren, begleitet mich ebenso mein Leben lang der weibliche Blick auf das Ganze, auf unsere immer noch patriarchal orientierte Kultur und die Verletzungen, die sie, in unterschiedlicher Weise, für beide Geschlechter und die Liebe zueinander mit sich bringt, sowie das kritische Wahrnehmen und Hinterfragen dieser Ausrichtung in allen großen Religionen und spirituellen Traditionen infolge schmerzlicher Erfahrungen.
Aus alldem heraus bin ich in den letzten Jahren zu Einsichten sowie einer Neuausrichtung und Schwerpunktverlagerung im Bereich des Spirituellen gekommen, die hoffentlich auch für andere bedeutsam ist und die ich auf diesen Seiten darlege, begründe und nachvollziehbar, praktizierbar und diskutierbar machen möchte. Es ist ein Prozess, ein Entfalten und Werden in eine Richtung, die nicht dem Erhalt einer Tradition, sondern unserer heute möglichen menschlichen Entwicklung insgesamt gilt und im Dienst des Lebens steht.
Ein ganz wesentlicher Aspekt ist dabei die Integration des Weiblichen (Prinzips) ins Spirituelle, unter dessen Ausgrenzung ich schon sehr früh gelitten habe. Vielleicht ist auch das ein Grund, warum ich mich bisher in keiner bestehenden Religion oder spirituellen Tradition wirklich beheimaten konnte. Habe mir viele Gedanken zu den Strukturen des Patriarchats gemacht, die ich besonders im Aufrechterhalten reiner spiritueller Traditionen und von Hierarchien, in Linienübertragungen und im Lehrer-Schüler-Verhältnis finde.
Die grundlegende Schwerpunktverlagerung, die ich heute als sinnvoll erkenne, gibt vor allem dem Körper, der ihm innewohnenden Körperweisheit, dem Wiederbewohnen des Körpers und der persönlichen Erfahrung einen besonderen Stellenwert.
Einer meiner wichtigsten Lehrer, Carl Rogers, hat es einmal so ausgedrückt: „Das Persönlichste ist das Allgemeinste.“ Damit wollte er seine Erfahrung ausdrücken, dass gerade das, was er für kaum in Worte fassbar und kaum mitteilbar hielt, sich oft genau als das erwies, was einen anderen am meisten berührte.
In diesem Sinne sind meine Gedanken Ausdruck meiner ureigenen Erfahrung und sehr persönlich erwachsen aus dem, was mir das Leben bisher an Erlebtem und an Einsichten geschenkt hat.
Erst in den letzten Jahren hat sich dann mein Erleben dahingehend gewandelt, dass ich erkannt habe, dass es für einen grundlegenden Wandel in Richtung einer postpatriarchalen Wirklichkeit nicht nur für mich persönlich wichtig sein könnte, das AllEine lebendig anwesende Göttliche als Göttin zu symbolisieren. Der Ausdruck dessen sind die Texte dieser Homepage geworden.
Mein Ausbildungs- und beruflicher Hintergrund
- Abitur 1970 in Köln
- Vorexamen in Pharmazie 1972
- Studium der Pädagogik in Köln mit Abschluss als Diplompädagogin 1981
- Heilpraktikerausbildung und Zulassung als Heilpraktikerin in Köln 1988
- Ausbildung zur Gesprächspsychotherapeutin (GwG, Gesellschaft für wissenschaftliche Gesprächspsychotherapie) in Köln, 1981–1988, Zulassung 1988
- Focusing-Ausbildung bei Agnes Wild-Missong, Abschluss als Focusing-Therapeutin 1991
- Zusatzausbildung in Biodynamischer Körpertherapie bei Gerda Boyesen 1991
- naturheilkundliche und körpertherapeutische Fortbildungen, unter anderem in Pflanzenheilkunde, Bioenergetik, Bach-Blütentherapie und Traumatherapie
- Gründung und Leitung einer Heilpraktikerschule in Köln von 1988–2014
- psychotherapeutische Privatpraxis seit 1988
Besondere Interessensschwerpunkte
- spirituelle Traditionen: weibliche Spiritualität, der Sufi-Weg, Buddhismus (Zen, tibetischer Buddhismus, Theravada), Advaita-Vedanta, Taoismus, christliche Mystik, Gnostik
- Die Tiefenpsychologie und die Sprache des Unbewussten, der Seele: Symbole deuten, verstehen und anwenden
- traditionelle Heilmethoden (weibliche Heiltraditionen, Pflanzenheilkunde, Schamanismus) und ihre Integration in die moderne Ganzheitsmedizin
- ganzheitliches Heilen – die Verbindung von Körper, Geist und Psyche/Seele im Heilungsprozess –; was heilt wirklich? Was heilt das Patriarchat?
- Bewusstseinsforschung, Hirnforschung, Psychoneuroimmunologie
- buddhistisch orientierte Meditation und Achtsamkeitspraxis
- Focusing als körperorientierte Methode der Selbsttransformation und um mit der eigenen „inneren Quelle“ (dem Felt Sense, dem lebendigen Selbst) in Kontakt zu kommen und aus ihr zu schöpfen
- „Geschichtenschreiben“ als Methode der Selbstheilung und spirituellen Selbstentfaltung- Schreiben als Weg
Besonders wichtige Lehrer-/Autoren*innen auf meinem Weg
Tsültrim Allione, Ali H. Almaas, Daniel S. Barron, Gerda Boyesen, Gertrude Croissier, Reshad Feild, Luisa Francia, Matthew Fox, Eugene Gendlin, C. G. Jung, Willy Obrist, Carl Rogers, Pir Vilayat Inayat Khan, Rolf D. Koll, Ulli Olvedi, Margarete Petersen, Perry Schmidt-Leukel, Annegret Stopczyk-Pfundstein, Harald Tichy, Gerald Weischede/Ralf Zwiebel, John Welwood, Ken Wilber, Agnes Wild-Missong, Stephen Wolinsky …
