Grundlegendes
Um den Weg einer wahrlichen Heldenreise zum heiligen Gral gehen zu können, wie sie so berühmt vor allem im „Parzival“ beschrieben ist, ist es heute, im Unterschied zum Roman Wolframs, zwar auch wichtig, so wie sein Held in der Haltung des „tumben Toren“ zu sein. Das meint ja, auch mit unseren heutigen Begriffen, so etwas wie unschuldig im Sinne von ungelehrt, vielleicht sogar insgesamt nicht heteronom geprägt. Parzival wächst ja tatsächlich tief im Wald nur mit seiner Mutter Herzeloide und nur von ihr unterwiesen auf.
Trotz der Betonung von Parzivals Ungebildetsein spielt für mich heute das Wissen um die Existenz, die Beschaffenheit und besonders die zumeist bildhafte „Sprache“ des Unbewussten eine ganz große Rolle bei meiner eigenen „Gralssuche“. Auch das Wissen um dessen von Jung postulierte Teilung in ein persönliches und ein kulturell-archetypisches, sogenanntes kollektives Unbewusstes. Und natürlich, damit verbunden, das Wissen um die „Ur-Einwohner des Unbewussten“, nämlich die Archetypen und ihre Kräfte, also ihre spezifischen Wirkenergien, Wirkweisen und vor allem ihre Wirkmächtigkeit, die immer, unabhängig von unserem Bewusstsein und unserer willentlichen Steuerungsmöglichkeit, am Werk sind.
Denn gerade dieses Wissen sowie der Umgang mit dieser Tiefenebene, für mich eine Art inneres „Tiefseetauchen“, hat zumindest bei mir dazu geführt, dass sich mein Verständnis von mir selbst, mein Gottesbild und mein Verständnis vom Göttlichen insgesamt, seiner Wirklichkeit und vor allem seiner persönlichen Erfahrbarkeit völlig gewandelt haben.
Über den Weg zur Göttin

In diesem zentralen Teil meiner Homepage geht es mir darum, den Weg zur
Anders gesagt: Da ja jeder Gottesbegriff im Grunde nichts weiter ist als ein Symbol, ein Ins- Wort-Fassen einer allumfassenden, ewigen Ur-Liebes- und Schöpferkraft, entspricht eine Vorstellung von dieser allmächtigen Kraft als einem „Wesen“, zumal als einem menschlich und dann gar männlich gedachten, sowohl sachlich als auch historisch einem längst überholtem Gedankengut.
Daher ist es eben nicht nur der Geist des Feminismus und einer wie auch immer sich ausdrückenden Geschlechtergerechtigkeit, von
Denn eine solche Heilung kann nur – und ich betone: nur – dadurch geschehen, dass – wenn schon hinsichtlich dieses eigentlich unfassbaren Transzendenten in menschlichen Analogien gedacht, besonders aber auch gefühlt, gesprochen und gehandelt wird – eine solche Analogie, Symbolisierung, Vermenschlichung der tatsächlichen Wesenhaftigkeit des Menschen – und das heißt auch seiner Geschlechtlichkeit, also der biologischen Bedeutung und Wertung auch des Weiblichen, zu entsprechen hat!! Sowie, damit zusammenhängend, ganz bestimmter weiblicher Wesenszüge, ja Seinsweisen.
Und schließlich würde es auch einem solchen symbolisch-anthropomorphisierenden Vorgehen entsprechen, biologisch-genetisch das Weibliche als das Grundgeschlecht unseres Daseins und folglich als das in der Tat umfassendere, das Männliche erst als in der Ontogenese, also in der Embryonalentwicklung, aus weiblichen Anlagen entstanden zu akzeptieren.2
Es ist also mindestens aus allen diesen Gründen endlich eine Transformation, ein Bewertungs- und damit Wertewandel von der patriarchalen Geist-Mann-Dominanz hin zu mehr weiblich-fraulichen Aspekten des Seins, zur Natur und Natürlichkeit, zu Liebe, Freude und Sinnenhaftigkeit – insgesamt zu mehr Weiblichkeit not-wendig! Im Sinne eines postpatriarchalen und integrativen Paradigmenwechsels!! Nur ein solcher scheint mir dazu geeignet zu sein, die adäquaten Gefühle und Werteausrichtungen zu bewirken, die der Evidenz entsprechen, also der sowohl geistig-logisch einsehbaren als auch vor allem der in uns selbst erfahrbaren, persönlich fühlbaren Wahrheit und Wirklichkeit.
Also: Wenn schon, dann diese Wahrheiten auf ein Göttlichkeitsverständnis zu projizieren und keine männlichen Ideen, Ängste und Ideale!!! Und dadurch endlich auch eine für uns Frauen tief erfahrbare und bejahbare Anbindung sowohl an unser innerstes Wesen als auch an die Gottheit zu finden. Vielleicht auch eine so lange verschüttet gewesene Erinnerung an ein solches
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Wandel und Transformation geschehen in der Regel nicht ohne Not-Wendigkeit. Im weitesten Sinne: durch Leiden. Die Entstehung von Gottesbildern und Religionen jenseits der magischen Zeitalter hatte viel mit dem Leid zu tun, das Krankheiten, Not und Tod mit sich brachten, vor allem das nicht akzeptierbare Verschwinden von Menschen im Sterben. Das gilt besonders später für die christliche Jenseitsbotschaft, die eine Befreiung von allem Leid verkündete – und, wie ja auch schon vorchristliche Religionen, etwa die ägyptische, ein Weiterleben nach dem Tod.
Aber so lange wollen wir Frauen heute nicht mehr warten! Ob persönlich oder weltweit: allzu viele Frauen leiden; der Lebensweg vieler Frauen verläuft oft gezwungenermaßen in Verachtung, Unterdrückung, Schmerz. Und das drängt nach Wandel. Und zwar möglichst, ohne solches Leid wegmeditieren, wegbeten zu sollen, ja ohne es überhaupt durchleben zu müssen! Und auch, ohne diesbezüglich zumindest einen Prozess im Sinne eines schmerzhaften Stirb-und-werde-Wandels durchmachen zu müssen.
Wünschbar ist es also, je eher desto besser, eine leidfreie, zumindest eine selbst gewählte Transformation hin zu einem guten und liebevollen, einem schöpferischen Lebensweg gehen zu können. Und das scheint mir wenigstens dort möglich zu sein, wo wir patriarchale Unterdrückungen, Verstümmelungen, Zwänge vermeiden können, die einem patriarchalen Selbstverständnis, Religionsverständnis entspringen!
Es bedarf dafür allerdings, parallel dazu, auch jener gesellschaftlichen Transformation, jenes fundamentalen Paradigmenwechsels hinsichtlich der Bedeutung und Wahrnehmung der Frauen und alles Weiblichen generell. Und es bedarf nicht zuletzt göttlicher Gnade und Hilfe, die jedoch bislang von männlichen Gottheiten und ihren Repräsentanten nicht wirklich geleistet worden sind. Im Gegenteil: Ich bin sicher, dass nur eine machtvolle weibliche Gottheit, also
Natürlich besteht als unabdingbare Voraussetzung beim Menschen selbst die Notwendigkeit einer starken Motivation, die einen aus dem Alten, Gewohnten vielleicht eben sogar Leidbesetzten hinaustreibt. Die den Mut erzeugt, aktiv an der Veränderung all dessen mitzuarbeiten.
Zwar kann ein solcher Antrieb letztlich unserem biologischen Reflex der Schmerzvermeidung oder -beendigung, also dem elementaren Lebensinstinkt, entspringen. Er kann aber auch aus Liebe entstehen, aus dem Walten des Eros, aus Begeisterung und aus der Faszination, eine Vision zu entwickeln oder ihr zu folgen. Ich kann es auch Unruhe nennen, Überforderung, es können Krisen sein, Chaos, ekstatische Sexualität, es kann der Tod eines geliebten Menschen sein oder außerkörperliche Erfahrungen, wodurch sich Neues entwickelt. Wodurch der schöpferische Prozess in Gang gesetzt werden kann. Gewissermaßen ein Packend hat, um uns zu einer solchen tiefen Transformation zu führen. Und es braucht, damit dieser schöpferische Wandlungsprozesse tatsächlich in Gang kommen kann, neben der unabdingbaren Gnade und nach und nach auch immer verlässlicher spürbaren Hilfe von
Es braucht also, anders gesagt: Instinkt, Trieb, Anreiz, Leiden, ja Leidenschaft! Sowie Verstehen und Einsicht, Interesse und Sehnsucht. Und nicht zuletzt – aufseiten der Männer: den Willen, die Bereitschaft, zumindest die Neugier, Macht abzugeben und so etwas wie Hingabe und Vertrauen zu lernen. Und damit eine ganz neue Welt sowohl um sich herum als auch vor allem bei und in sich selbst zu erleben, mitzuerschaffen. Zu erleben, wie und zu welchem Glück die Entdeckung und der Zugewinn der eigenen weiblichen Aspekte in sich selbst einen bereichert, ja erst ganz macht. Und wozu das dann wiederum befähigt!!
Anmerkungen
1 Zum Sinn, das Göttliche, auch das weiblich Göttliche als
Spätestens durch die Botschaften Jesu ist es dem Menschen geschenkt und aufgegeben, in die Ebenbildlichkeit Gottes, unser höchstes Vermögen/Potenzial hineinzuwachsen, GottesSohnschaft/-Tochterschaft anzuerkennen. Mit meiner visionierten GottGöttinVerwirklichung ist nichts anderes gemeint, als diese Inkarnation immer wieder auch bewusst spielerisch Yin-Yang-tanzend zu realisieren.
Wollen wir das Göttliche oder GottGöttin in uns verwirklichen, ist es sinnvoll, Ihn/Sie als „Gegenüber“ oder „Anderes“ zu benennen oder gar zu visualisieren, denn das ermöglicht es uns erst, aus uns selbst herauszutreten und eine Ich-Du-Beziehung (Martin Buber) zu diesem eigentlich UnfassbarGrenzenlosLiebenden herznah herzustellen und wie ein Bündnis zu festigen.
Unsere Seele hat die Fähigkeit, (Traum-)Bilder zu generieren. Und diese Fähigkeit können wir auch bewusst mittels unserer Vorstellungskraft, auch Ein-Bildungskraft (!) anwenden und schulen.
Wenn wir einmal wahrgenommen haben und wissen, dass
In diesem Sinne ist es eine höchst weise Entscheidung, das „Wirkwort“ oder „Gottesbild“
Das Wort oder Bild steht quasi für eine Idealisierung oder ist mein persönliches archetypisches WortBild für die ihm entsprechende archetypische Kraft, die sich für mich in diesem KraftWort bündelt, sodass ich mit ihr umgehen kann. Zu einer Spirale oder selbst zu einem FeuerWirbel, die ja gleichermaßen
Zu diesem so wichtigen Thema wird es demnächst Texte im Blog geben!
2 Bis zum dritten Schwangerschaftsmonat sehen männliche und weibliche Embryonen noch völlig gleich aus. Beide haben Anlagen, die dann bei Jungen zu Hoden, bei Mädchen zu Eierstöcken werden. Diese „Urgonaden“ enthalten sogenannte Wolff- und Müllergänge, von denen sich dann nur einer weiterentwickelt, je nachdem, ob Nebenhodengänge und Samenleitern oder Eileiter entstehen sollen. Man hat herausgefunden, dass der männliche Embryo tatsächlich nur dann einen wirklich männlichen Geschlechtsapparat entwickelt, wenn durch Androgene (Testosteron) die weibliche Entwicklung unterdrückt wird. Ohne diese würde sich auch beim Jungen aus dem undifferenzierten Geschlechtshügel eine Vulva, zumindest eine Teil-Vagina entwickeln. Daraus wurde gefolgert, dass jeder Fötus sich immer ins Weibliche entwickelt, solange diese Ausrichtung nicht aktiv hormonell (durch Testosteron) in eine andere Richtung gelenkt wird. (Vgl. Natalie Angier: Frau – Eine intime Biographie des weiblichen Körpers, München 2000.)
3 Unter „Magie“ – auch für mich ein altes Kraft- und Wirkwort, was ich wieder rehabilitieren möchte – verstehe ich jedes bewusste schöpferische Wirken mit einer Intention in Richtung Bewusstseins- und/oder Wirklichkeitsveränderung. Später verwende ich die Worte „spirituelle Magie“, um deutlich zu machen, dass mich die Sehnsucht nach GöttinVerwirklichung motiviert und ich mein Handeln in diesem Ordo sehe.
