SelbstSeelenGespür
Ich hatte bisher
Ich kann es gar nicht oft genug wiederholen:
Es scheint, nach heutigem Wissen, alles Existente aus jenem „Big Bang“ entstanden zu sein. Daraus folgt: dass es nichts gibt, was nicht letztlich aus jener damaligen „Urmaterie“ (in welchen Wandlungsformen auch immer) besteht und was nicht, ähnlich dem kosmischen Hintergrundrauschen – ich sage: als Göttlicher Funke oder Schöpfungsenergie –, in allem vorhanden ist. In welchem Zustand auch immer.
Da, analog zu dieser kosmischen Urgeburt, hier auf Erden das Gebärende zumeist als etwas Weibliches auftritt, verwende ich die Bezeichnung „weiblich“ analog für alles, was jemals geboren hat oder gebären wird oder gebärfähig ist. Und ich bezeichne diese alles erschaffen habende und jemals erschaffen werdende Kraft als
Deshalb ist Ihr Hauptmerkmal für mich Ihre weibliche, gebärend-schöpferische Potenz.
Nun ist es ja legitim und wird auch häufig so gemacht, in diesem Zusammenhang auf jegliche Personifizierung und personifizierende Benennung dieser ewigen All-Ur-Schöpferkraft zu verzichten. Gewisse Kulturen stellten oder stellen sie sich nämlich als mehr oder weniger abstrakte Chiffren vor, als „Wort, das Fleisch wurde“, als Klang oder Hauch (hebräisch ruach), andere, zum Beispiel die alten Ägypter oder die Hindus, kleideten sie in manchmal sehr seltsame Tiergestalten, bei den Griechen oft als seltsame Mischwesen oder in mancherlei anthropomorphen Personifizierungen.
JHWH (Jahwe) der Israeliten wurde zwar auch als wirbelnde Windsäule beschrieben, ist aber eher der Unsichtbare und soll laut dem Buch Exodus (2. Buch Mose) selbst verboten haben, sich ein Bild von ihm zu machen. Allah ist ebenfalls unvorstellbar. Zeus, Wotan und den christlichen Gottvater wiederum stellt man sich in Menschengestalt, als mehr oder weniger alte Männer, vor.
Und nun gab es aber immer schon auch als weiblich gedachte und als Frauen personifizierte Gottheiten.
Historische Gedanken dazu sowie über ihre „Abschaffung“ werde ich im Blog ausführen.
Hier ist es mir wichtig, zu zeigen, warum auch ich die weibliche Bezeichnung „
Die wesentlichste dieser Analogien ist die schon erwähnte Analogie oder besser: grundsätzliche Wesensgleichheit zum weiblichen Organismus im biologischen Sinne. Denn nahezu in aller Natur sind es die weiblichen Säugetiere, oder die knospenden Pflanzen, die in und durch ihre zyklische „Gebärfähigkeit“ eine Parallele, ein Analogon zur unendlich schöpferischen Kraft der All-Natur darstellen. Und es folglich – wenn überhaupt – für uns Menschen absolut naheliegend war und immer noch sein sollte, Weiblichsein als Hauptmerkmal der alles hervorbringenden kosmischen schöpferischen Urkraft zu sehen.
Und folglich – wenn überhaupt personifiziert oder anthropomorph gedacht werden will – von einer
Sie und demzufolge das Weibliche insgesamt als durchaus zutreffende Metapher für das schöpferische Universum anzusehen, erzeugt also in mir ein tief bejahendes Gefühl von Stimmigkeit! Und diese Stimmigkeit ist für mich auch in zunehmender Weise körperlich, emotional, ja geradezu „greifbar“ zu empfinden, sodass ich nicht umhin kann, es/Sie als etwas pulsierend in mir Lebendiges zu erleben und mir vorzustellen.
Das verlangt dann allerdings auch, dass ich mir noch weitere konkretere Gedanken über diese höchste Art schöpferischer Verwirklichung mache. Insbesondere mir zu überlegen, wie sich dieses Weiblich-Göttliche nicht nur mit der Materialität unseres Daseins, besonders mit der Biologie, sondern auch mit allen anderen Ebenen unseres Daseins verträgt, also auch besonders mit den seelisch-schöpferischen Aspekten unseres Menschseins.
Friedrich Schiller sagt sinngemäß, im Menschen habe sich die Natur die Möglichkeit geschaffen, sich selbst anzuschauen. Sich selbst – und das heißt eben: als Mensch zwar ein Geschöpf der natürlichen Evolution zu sein, aber von dieser ihn geschaffen habenden Natur so ausgestattet worden zu sein, dass sich in ihm die Natur die Möglichkeit erschaffen hat, sich wiederum selbst untersuchend und erforschend kennenzulernen. Und sowohl sich als auch sie: die Welt in schöpferischer Freiheit weiter zu gestalten.
Einen kleinen Schritt weiter, aber basierend auf diesen aufklärerischen Gedanken des sogenannten Idealismus, vor allem auch Schillers umfassender „Liebe als Himmelsmacht“, dachte der französische Philosoph und Preisträger des Literaturnobelpreises Henri Bergson. Er brachte nämlich nicht nur wie Schiller diesen „Drang“ zur Bewusstwerdung mit Liebe in Zusammenhang, sondern postulierte die menschliche Erotik und Agape als einzigartige, nur dem Menschen zukommende Eigenschaften und Antriebs-Energien. Und er sah, dass diese bestimmend für das Mensch-Sein überhaupt und folglich auch als grundlegende Wesensaspekte des schöpferisch Göttlichen zu betrachten sind.
Das Wunder organischen Lebens kommt also in seiner dualen, also männlich-weiblichen Geschlechtlichkeit und allem, was mit dieser einhergeht, zur höchsten Blüte. Und zwar insofern, als sich in der Zweigeschlechtlichkeit zwei maximal ähnliche, aber dennoch unterschiedlich-andere Potenzialitäten nicht nur mischen, sondern tatsächlich brauchen, damit wirklich neue Schöpfung und Wirklichkeit entsteht.
Das aber wiederum lässt uns noch einen bedeutenden Schritt näher an die Grundprinzipien, an die Grundwesenheit des All-Göttlichen heranwachsen. Denn es führt ja letztlich dazu, die bisher als Analogien gesehenen Begrifflichkeiten „weiblich“ und „göttlich“ zumindest prinzipiell in einer immer stärkeren Parallelität, ja Art- oder Wesensgleichheit zu sehen!! In einer Wesensgleichheit, die für „das Männliche“ nicht so stark gegeben ist, unter der Bedingung, dass Schöpferkraft zumindest in der uns bekannten Natur nie etwas rein Geistiges, sondern immer ein real sich materialisierendes Vollbringen ist.
Und dieses reale Hervorbringen, dieses aus sich heraus Gebären ist nun einmal dem Weiblichen vorbehalten. Und es verleiht diesem auch, anders als bisherige patriarchale Anmaßung uns glauben macht, die Priorität hinsichtlich einer Nähe oder gar Identifikation mit dem All-Göttlichen!
Aus diesem Grund stimme ich auch mit Hegel überein, der geschrieben hat, dass GOTT – hier
Und diese ist, wie gesagt, unabdingbar mit Ihrer polaren Zweigeschlechtlichkeit verknüpft, weil, wie das Wort schon sagt, Vervollkommnung immer nur durch die größte Vielfalt von Potenzial (wir könnten auch sagen: die größte Bandbreite von Mischungsoptionen) erst gegeben ist.
Nun ist es allerdings durchaus legitim, diese Zwei- oder sogar Mehrpoligkeit des schöpferischen Prozesses auch in dem wiederzuerkennen, was wir im weitesten Sinne unter Sexualität verstehen. Das sagt aber wiederum, dass sich über die Metapher der Sexualität ableiten lässt, was
Ich filtere daraus folgende „Leitsätze“:
Die Natur der Schöpfer
Eros, Liebe und Schöpferkraft sind auch unsere menschliche Dreieinige Kernkraft
(sie entsprechen ungefähr Henri Bergsons Elan vital).
In der klassischen Sicht, die ich teile, wird Liebe als Oberbegriff benutzt und, wie oben erwähnt, in die Hauptaspekte Eros und Agape unterschieden, wobei als Agape die Liebe des Göttlichen (also der
Ich gebrauche, beides wieder zusammenfassend, den Ausdruck eroagapöse Liebe und meine damit etwas ganzheitlich Leibliches, also unseren auf allen unseren leiblichen Ebenen wirkenden, aber von unserer GöttinWurzel gespeisten Elan vital. Unseren Lebensgeist, unsere Lebensenergie sowie unsere Motivations- und Antriebskraft, also den „Turbo“ auf dem Weg zur GöttinVerwirklichung.
Anmerkung
1 Vgl. John O’Donohue in seiner Dissertation „Person als Vermittlung. Die Dialektik von Individualität und Allgemeinheit in Hegels ,Phänomenologie des Geistes‘. Eine philosophisch-theologische Interpretation“.
