GöttinVerwirklichung
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Bevor ich nun versuchen werde, noch „konkreter“ zu beschreiben, auf welchen Wegen nach meiner ureigenen Erfahrung
In erster Linie sind es tief in uns wurzelnde Prägungen vor allem kultureller und religiöser Art, soziale Verflechtungen und auch Konventionen, insbesondere natürlich die eingefleischten Bilder, die wir von „männlich“ und „weiblich“ sowie von GOTT selbst haben.
Und auch wenn wir vielen dieser historisch gewachsenen Dinge gegenüber bereits zu einer gewissen Skepsis gelangt sind, manches sich auch in den Strömungen unserer Zeit aufzulösen scheint, so bleibt doch zumindest ein großes Haupthindernis bestehen.
Ich möchte es die trotz allem immer noch verbliebene Dominanz des „unerlösten“ patriarchalen Verstandes nennen, die unsere größte Wachstumsbremse ist. Die Unkenntnis über seine auch die weibliche Wahrheit verzerrende Macht, also unser bewertender, urteilender und vor allem kritisch zweifelnder, alles immer wieder infrage stellender, ja so gerne sogar unser Ich fälschlicherweise als autonom erscheinen lassender Verstand ist nämlich gerade im Bereich der Liebe und des Schöpferischen unser größtes Hindernis. Und der Hauptwiderstand gegen eine mögliche Einbeziehung einer weiblichen
So wichtig, ja elementar wesenhaft für uns Menschen der Verstand und insbesondere die Vernunft auch sind, so sollte uns doch gerade unsere Vernunft nach allen jetzt dargelegten auch modernen Erkenntnissen dahin führen können, zu veranlassen, dass sich der Verstand zugunsten einer Verwirklichung umfassender Liebe und eines in der Welt sich durchsetzenden Sichtbarwerdens von
Warum aber sollte er das?
Ich habe ja schon dargelegt, dass es in unserem Gehirn diese Zweihälftigkeit aus mehr rationalen und mehr emotional-körperorientierten Teilen – ich könnte der Einfachheit halber sagen: Bestandteilen, Nerven, Funktionen – gibt. Und es lässt sich auch nicht verkennen, dass das, was wir letztlich für vernünftig halten, eben unsere Vernunft, beide Teile unseres Gehirns für stimmige Erkenntnis, Bewusstsein, Entscheidungen und so weiter bräuchte. Also sowohl für Selbsterkenntnis als auch für das (soweit es überhaupt geht) Erkennen der tatsächlichen Wirklichkeit, Wahrheit, Gesetze und Grenzen des Daseins.
Genau deswegen aber halte ich viele unserer – vor allem die ganzen überwiegend patriarchal-rational orientierten – Sicht- und Verhaltensweisen in Geschichte und Gegenwart für unvernünftig. Weil sie dem Verstand, also der rationalen Seite des Gehirns, ein geradezu maßloses Übergewicht gegeben haben. Und die mindestens gleichberechtigte Mitarbeit der anderen, eher weiblich orientierten, ganzheitlich-emotionaleren Seite unseres Gehirns (inklusive des Limbischen Systems, dem eigentlichen „Fühlhirn“) geringschätzen, wenig „auf sie hören wollen“, ja man könnte fast sagen: sie diskriminieren. Und sich so letztlich nicht als wirklich vernünftig und auch nicht als wirklich hilfreich für erweiterte Erkenntnisse in Bezug auf viele der oben genannten Dinge erweisen.
Gerade weil unser Verstand vor allem mit seiner mechanistischen, naturwissenschaftlich-kausal orientierten Rationalität immer wieder versucht, alles ihm (per definitionem) Unverstehbare, Unerklärliche: das gesamte Unbewusste, besonders aber auch alles erotisch Zeugende und Liebesträchtige und damit die Liebe selbst entweder generell als eher nebensächlich oder sogar hinderlich zu betrachten, zumindest aber ständig versucht, diese Aspekte des Daseins in seine Verstehensgrenzen hineinzuzwingen, sie wissenschaftlich zu analysieren, zu benennen und so weiter und weil er sie dadurch, wenn nicht geradezu im Keim erstickt, so doch zumindest um- oder sogar weg-rationalisiert, halte ich ihn für den mächtigsten patriarchalen Gegenspieler – ja eben für den Abtöter von Liebe und allem Schöpferischen. Und ich finde es (im Unterschied zur naiven Gleichsetzung der Begriffe!) hingegen sehr vernünftig, auch solchen emotionalen, spielerischen, seelischen, ja letztlich unerklärlichen Dingen wie der Liebe, wieder mehr Raum zu geben!!
Das gilt schließlich auch besonders für die Akzeptanz eines als weiblich zu verstehenden Göttlichen, also von
Natürlich gebietet es auch die Vernunft wiederum, jene „Unerklärlichkeiten“ in gewissen Grenzen zu halten beziehungsweise auf bestimmte Bereiche zu beschränken. Also in vielen Lebensbereichen durchaus maßgeblich nach den Gesetzen und Regeln des Verstandes zu handeln. Wenn es jedoch um das Gebiet der Künste oder der Religion, der Ethik und Moral, alles Spielerischen oder eben auch der Liebe und damit letztendlich der Menschenkunde, der Menschen-Lehre oder auch der Heilkunde geht oder der grundsätzlichen Philosophie, ja sogar der Politik, müsste doch – um es mit Immanuel Kant zu sagen – die Vernunft die Hüterin der Umsetzung des jeweils Gebotenen sein.
Und was in der Liebe geboten ist oder, um es mit Erich Fromm zu sagen: in „der Kunst der Liebe“, ist eben so vieles, das uns aber leider oft gänzlich abhandengekommen oder zumindest nicht mehr so „im Schwange“ ist.
Es braucht eben zum Lieben und zum Schöpfen neben einem ganz bestimmten einsichtsvollen und schon gewandelten Ich ein nicht mehr patriarchal gegründetes GeistBewusstsein, das bereit geworden ist, sich vorurteilsfrei, quasi in kindlich-naiver Neugier, dem bisher über das Leben, den Eros, die Frau, die Liebe, ja
Und hier nun ein seltsamer Befund, denn vor allem braucht es die Bereitschaft, mit etwas auf eine neue und andere Weise umzugehen, als wir es bisher gewohnt sind: nämlich mit unserer sehr vernünftigen und berechtigten Fähigkeit zu zweifeln! Unserer eingefleischten Skepsis.
Wir sollten verstehen, dass in unserer Fähigkeit zu zweifeln etwas am Werk ist, das uns die Natur als Bestandteil unserer existenziellen Ausrüstung fürs Überleben mitgegeben hat. Nämlich das Wittern von Gefahren. Die Vorsicht. Die Angst vor blindem Hineintappen in etwas, das uns nicht guttut. Für den neuzeitlich aufgeklärten Menschen heißt das auch: die Skepsis gegenüber dem, was andere behaupten, also etwa die Sorge vor „blindem Gehorsam“. Wir wollen halt wissen, was los ist, verstehen, was geschieht. Ja wir wollen sogar mitentscheiden, welche Wege zu gehen, welche Dinge zu tun sind. Mindestens für den heutigen demokratisch orientierten Menschen geht es eben nicht mehr, dass, wie in archaischen Vergangenheiten oder autoritären Systemen, alles durch „die Mächtigen“ beziehungsweise sogar mit Zwang gelöst wird. Oder dass sich diese Errungenschaft unserer Vernunft in den Trends und Moden oder gar der Hörigkeit gegenüber so was wie „Influencern“ (oder gar die Auslagerung unserer eigenen Verstandestätigkeit in die „künstliche Intelligenz“) wieder verflüchtigt.
Vielmehr ist und bleibt doch zumindest für die meisten von uns dieses „Recht zu zweifeln“ (noch) ein wesentlicher Aspekte unserer mittlerweile erkämpften Freiheit und Menschenwürde!
Und dieses Recht, diese Skepsis und Meinungsfreiheit sollte ich jetzt wieder aufgeben, nur weil GOTT jetzt plötzlich eine „
Also: Wieso soll ich – soll mein Verstand – frei-willig seine ZweifelMacht aufgeben, wenn ich höre, er sei nun nicht gerade der Yang-Tanz-Partner, mit dem
Nun, ich meine:
Wer nun die vorangegangenen Texte studiert und wirklich an sich „rangelassen“ hat, kann also vielleicht dazu „verführt“ werden, sich zu trauen, auch mit den „inneren oder äußeren kritischen Stimmen“ auf eine etwas weiblichere Art und Weise umzugehen: liebevoll, einfühlsam, so, als könnte vielleicht doch etwas Wahres, etwas Gutes am bisher Bezweifelten „dran“ sein. Die Erfahrung zeigt nämlich, dass eine solche Art von Annahme im Unterschied zu direkter Ablehnung oft dazu führt, dass sich allein dadurch etwas wandeln, etwas in einem anderen als dem bisher gedachten Sinn als „annehmbar“, ja vielleicht sogar als durchaus vernünftig, erscheinen kann.
Ich denke, dass wohl jede und jeder eine solche Erfahrung schon gemacht hat. Es ist aber möglich, das öfter, also mehr zu können, indem wir sehen, dass es sich bei dieser Bereitschaft nicht einfach um ein „Nachgeben“ handelt, sondern dahinter um eine Art anderen Bewusstseinszustand als unseren alltäglichen, in den wir uns tatsächlich willentlich begeben können. Und zwar dadurch, dass wir eine neue oder andere oder auch erweiterte Wahrnehmung in uns schulen. Denn diese kann uns dazu befähigen, nicht ausschließlich in unserem „Ich habe Recht“ oder sonstigem gewohnten Alltagsbewusstsein „festzuhängen“, sondern zu uns selbst in eine gewisse Distanz zu treten. Eine Art von neutralem, vielleicht objektiverem „Beobachter“-Status in uns auszubilden. Was man meiner Erfahrung nach hauptsächlich durch Meditation, durch Einfühlungsvermögen, besonders aber durch die Bereitschaft zu einer grundsätzlichen Wertschätzung des jeweils Anderen – einer grundsätzlichen Bejahungsbereitschaft – lernen kann. Also durch eine ganz grundsätzliche Bereitschaft, in und an allem, was uns begegnet, etwas Gutes zu vermuten. Und es auch finden zu wollen!
Und allein deswegen brauchen wir auch solche neuen, positiv gestimmten „Wahrnehmungsorgane“, um „
