SchöpferSpiritualität

Und wenn die GÖTTIN tanzt …

… So spinnen wir immer neue Fäden
der Verwirklichung.

Masel tov

Bisher habe ich Göttin schon in vielen Ihrer Aspekte oder Erscheinungsformen angesprochen: Sie als die AllEine und die Dyadische, als die Gebärende und mütterlich Nährende, als die bedingungslos Liebende und die sich ununterbrochen Wandelnde und erotisch uns Lockende … Nun geht es mir um den Kern Ihres Seins, den Feuerwirbel selbst, der Ihr Wirken als dreieinigen Prozess, als Wandlung, ja Trans-Formation oder den Archetyp des Weges selbst kennzeichnet: um die dreieinige oder dreifaltige Göttin.

Und ich glaube, deutlich herausgearbeitet zu haben, dass Sie, wann immer Sie in Aktion ist, die große Wandlerin, die alchemistisch Wirkende und damit erst die Schöpferin von immer neuer Wirklichkeit ist!!

Als solche ist Sie auch schon immer verehrt worden: als die große keltische Dreifachgöttin Bridget, die keltischen und germanischen drei Matronen (besonders im Rheinland und der Eifel noch erhalten), im Kult der „drei Jungfrauen“.1

 

Die drei Matronen

Der neue „Archetyp des Wandel-Weges“ im Paradigma der Göttin ist also ein dreieiniger, ein spiraliger – ein eroagapöser Yin-Yang-Tanz. Und der Kern dieses im Patriarchat missachteten Aspekts scheint mir, neben der Degradierung von Göttin insgesamt, vor allem die Ignoranz hinsichtlich GöttinS FeuerWirbelKraft zu sein. Denn Sie in Ihrer jeglichen Wandel bewirkenden Kraft muss ja unabdingbar zwischen den Polen mit am Werk sein, wenn „Mutter-Göttin“ und „Vater-GOTT“, Geliebte und Geliebter (!), Mann und Frau, miteinander „tanzen“ (= eroagapös liebevoll-schöpferisch zusammen sind und wirken). Vor allem, wenn bei diesem „Zusammen-Sein“ beider auch etwas Schöpferisches, ein „lebendiges Kind“ (analog: ein Kunstwerk, neue Wirklichkeit, neue Musik …) entstehen soll. Wenn also ihr Tanz nicht nur lustvoll, sondern auch fruchtend sein soll!

 

GöttinS FeuerWirbel, also Ihr Wirken in Eros, Liebe und Zeugungskraft, ist für mich wie das Zusammenspiel der Musik (auch beim Ballett), ihres Rhythmus, ihres Beats, ihres Feuers mit dem Wirbeln der Tanzenden, auch im Flamenco, im Tango etc. Steht für mich als Metapher für den Prozess Tanz als solchen, für das „Panta rhei“, dieses „Alles fließt“ des Heraklit2! Und es steht vor allem in der Tiefe unserer Seele für das, was sich im Dazwischenzwischen Yin und Yang „abspielen“ muss, damit ihr Zusammenspiel als diese frucht-bringende schöpferische Interaktion von männlichen und weiblichen Kräften überhaupt in Gang kommt.

Anders ausgedrückt:
Es braucht zum kosmischen Tanz

*das Weibliche Prinzip Yin-Göttin,
*das Männliche Prinzip Yang-Göttin (= GOTT) und
*zwischen Ihnen das Yin-Yangen (Tao = der Weg/Prozess) von Eros dem „Anturner“ und „Weg-Beschleuniger“, der GöttinS Liebe und Gottes-Zeugungskraft erweckt, damit sie beide Lust haben, sich auf die Tanzfläche oder die Bühne des Lebens zu begeben und „entflammt“ zusammen zu GöttinS feuriger Musik zu tanzen.

Also braucht es:

Und dieses Schöpfer-Dreieck“ gilt auf jeder Ebene der inneren Wandlung, aber ebenso für jede echte Wachstumsbeziehung – also für den schöpferischen Yin-Yang-Tanz mit Ähnlich/Anderen „Tanzpartnern“ in der Welt, zum Beispiel zum gemeinsamen Erschaffen einer neuen Wirklichkeit und wechselseitigen Sichbefruchten bezogen auf die Seelenentfaltung!

Das Schöpferdreieck

Um nun Göttin-FeuerWirbels zum Tanz auffordernde Musik wahrnehmen zu können, müssen wir feinspürig und gleichzeitig „wachbewusst“ resonabel wie etwa der mitschwingende Klangkörper eines Musikinstrumentes sein. Wie das Feeling eines Musikers für die Harmonien, Rhythmen, Klänge der Mitspielenden oder der Tänzer für die Musik insgesamt. Das wiederum bedeutet, dass wir, jede und jeder für sich ganzheitlich leibhaftig „bei sich“ angekommen sein muss. Denn letzten Endes muss ja unser gesamter Leib zu einem feinsinnig resonierenden Instrument werden, damit Sie sich über unser SelbstSeelenGespür in und durch uns ausdrücken kann! Solange wir das aber noch nicht sind, sind wir weiterhin durch unsere Prägungs- und Verhaltensmuster und die dadurch bewirkte verhärtete Distanz gegenüber unserer lebendigen Körperhaftigkeit und insbesondere den Ebenen unserer Innenwelt abgestumpft, ja „zu“. Und deshalb auch mehr oder weniger taub für die Schwingungen dieser Musik von Göttin, in der Sie uns einladen möchte zum schöpferischen Tanz mit Ihr und im eroagapös motivierten Miteinander!

Im Weiteren und dann in den folgenden Texten im Blog wird es um alles „um diesen Tanz herum“ gehen, damit wir im Zusammenwirken zu lust- und freudvollen eroagapösen Göttin-Yin-Yang-Tänzerinnen und -Tänzern werden und Sie durch uns – immer durchlässiger – wirken lassen!

Jetzt aber möchte ich gegen Ende noch einmal eines betonen und damit auch den Kreis zu „Beginn“ und „Grundlegendes“ auf dieser Website schließen:

Ich habe ja hier keinen „akademischen“, schon gar keinen historischen, religionsphilosophischen Text anfertigen wollen, sondern versucht, einen letztlich „psychotherapeutischen“, wenn man so will: ganzheitlich-leiblich-seelischen heilerischen Weg zu zeichnen. Also getreu der Übersetzung von „Psycho-Logik“ in „Seelen-Kunde“. Und „Psycho-Therapie“ in „Seelen-Heilung“. Und zwar in einem umfänglichen, die ganze Person in ihrer Einheit von Körper, Geist und Seele, also in ihrer leiblichen Personalität, berücksichtigenden Weise.

Aus diesem Grunde war es unerlässlich, besonders der Ganzheit unserer Leiblichkeit wie auch den entscheidenden seelischen Prozessen in uns viel Erklärungsraum zu geben.

Ausgehend von der sowohl gesellschaftlichen als auch im engeren Kreise der therapeutisch orientierten Fachwelt schon lange erkannten, problematischen Situation der Frauen, ihrer Unterdrückungen, Leiden, vielen daraus resultierenden Krankheiten und so weiter, widme ich mich voll umfänglich den Fragen, womit das zusammenhängt und wie es zu heilen ist.

Natürlich sind bei diesem Prozess Männer nicht unbeteiligt und werden auch sie enorme Wandlungen durchmachen müssen, sei es in der Begleitung dieser Erneuerungsprozesse bei ihren Partnerinnen oder generell in der Gesellschaft, sei es im eigenen Wunsch, für sich selbst überbordende Männlichkeitsstrukturen abzubauen und ihre weiblichen Anteile zu beleben.

Mit der Hoffnung auf ein Gelingen dieses Prozesses verbinde ich dreierlei entscheidende Wandlungen:

Einmal einen Paradigmenwechsel vom überwiegend heute noch weltweit herrschenden – und für große Teile dieser Misere verantwortlichen historisch gewachsenen Patriarchat hin zu einer mindestens partnerschaftlichen, unterdrückungsfreien und heilen-liebevollen Welt.

Zum anderen die Bekehrung der immer noch machtvollen, aber eigentlich schon längst entlarvten und auf offensichtlichen Fehlkonstruktionen fußenden vorherrschenden Religionen sowohl zu den Tatsächlichkeiten als auch zum öffentlich bekundeten Verzicht auf ihre längst veralteten patriarchalen Glaubens- und Machtstrukturen.

Und drittens und als Hauptziel geht es mir darum, das Selbstbild, das Selbstwertgefühl, das Selbstbewusstsein und das Selbstvertrauen von allen Frauen jetzt und in Zukunft zu stärken. Und sich in einem ersten Schritt nicht mehr zurückzuhalten, am Entstehen dieser Paradigmenwechsel mitzuarbeiten. Und dadurch, also im Verlaufe dieses wohl noch lange dauernden Prozesses, immer stärker zu werden, immer mehr ihre Würde wiederzugewinnen und so nach und nach durch zunehmende Kräfteverschiebung endlich alle drei Ziele zu erreichen.

Nun sind, wie gesagt, diese Ziele natürlich nicht nur persönlicher, sondern insgesamt gesellschaftlicher Art. Und es mag befremdlich wirken, wenn ich im Verlaufe meiner Darlegungen und auch bis zum Schluss vielfach geradezu mysteriös anmutende, oft eher poetisierende Bilder, Ausdrücke, Wortfindungen verwende, ja insgesamt anscheinend spekulative Konstruktionen vor allem über Seelisches und Transzendentes in den Raum stelle.

Dazu hatte ich bereits zu Beginn etwas gesagt, möchte aber noch einmal klar machen, dass ich mich hier weitgehend auf einem Terrain (Seele/Göttlichkeit und Liebe) bewege, in dem sowohl die Redeweisen als auch die Sprach- und Glaubensbilder schon sein Jahrtausenden festgelegt sind. Und Neuinterpretationen, neues Erleben, ja neue Inspirationen, wie sie mir zuteilgeworden sind, auch immer wieder ein neues Narrativ, besonders ein jeweils neues „Wording“ brauchen. Oder es sich um Sicht-, Denk- und Darstellungsweisen handelt, die hinter allen patriarchalen Verformungen schon vor Urzeiten bekannt waren und deren Sprech- und Darstellungsweisen aufgrund des damaligen anderen Inhaltes oftmals einen heute befremdlich anmutenden Klang haben.

Ich bitte also, diesen für mich einleuchtenden Weg mit mir bis zum Ende zu gehen.

Es wird dann, gemäß des angekündigten Werkstattprozesses, im Blog schon noch viele Möglichkeiten geben, über dieses und jenes zu diskutieren.

Vorerst komme ich auf den FeuerWirbel zurück, diesen in uns „unterirdisch“ fließenden dreieinigen Liebes-Fluss! Er ist der Fluss des ewigen Wandels, er „verkörpert“ die Göttin in Ihrer Kernkraft als wirbelnde Musik, die wiederum auch uns braucht, damit Ihre „Musik“, also Ihre Wandlungs- und Schöpferkraft, die ja gleichzeitig unsere SeelenKraft (!) ist, durch unser Mittanzen in der Welt erscheinen. Unsere Aufgabe, vor allem die von uns Frauen, ist es, Sie immer mehr kennenzulernen, uns von Ihr ansprechen und auch führen zu lassen. Damit wir uns vor allem seelisch öffnen, um damit mehr und mehr auch jene kleinen magischen Augenblicke einer möglichen Wandlung zu erkennen, in denen Sie durch uns und in uns wachsen und zur Blüte kommen kann.

Es ist eben immer wieder diese innere Feinspürigkeit unserer „Animaseite“, die uns jedes Göttin-FeuerWirbelWirken in uns erkennen lässt, an einem kleinen Energieschub manchmal, einer kleinen „Beschwingung“ (!), ja sogar zuweilen an einer kleinen „Erleuchtung“, wenn Sie uns mit einer plötzlichen Einsicht beschenkt, einer „Anhebung“ zu Ihr, die dann jeweils nichts anderes darstellt als eine kleine fühlbare Beseelung. Und darin auch mehr und mehr eine Art innere (und dadurch auch äußere!) Emanzipation unserer Weiblichkeit!

Um es im Weiterschreiten sowohl dieses Wandlungsweges als auch des Textes noch einmal anders auszudrücken: Ob wir uns selbst in einem Göttin-nahen schöpferischen Zustand befinden, erkennen wir an einem leichten Angeregtsein, einer liebevollen Offenheit oder Ausgerichtetheit. Einer, wie ich sie genannt habe, Erotisierung, momentanen Faszination und Fokussierung auf „irgendwas“. Und so ein kleines Wandlungsgefühl, eine Freude oder ein Staunen (das, was Gendlin „felt shift“ nennt) kann wiederum auch das „Resultat“ eines kleinen schöpferischen Yin-Yang-Tanzes mit Ihr sein und damit immer auch sogleich ein kleiner „Stubbs“ der Führung von Ihr auf unserem Wege, das zu werden und zu verwirklichen, wonach wir uns – zuerst wahrscheinlich nur unbewusst – am tiefsten sehnen.

Wie das nun auch immer jeweils sein mag, eines ist sicher: Ständig empfangen wir bedingungslose Liebe, schöpferische Wandlungskraft (FeuerWirbel) und weise Führung aus dem Unbewussten, Jenseitigen. Und können so mehr und mehr und nach und nach lernen, als schöpferische Wesen aus der Göttin-Seelen-Quelle in uns zu schöpfen und in Ihrem Dienst auf Erden zu wirken!

Anmerkungen

1     Sophie Lange: Wo Göttinnen das Land beschützen, Bad Münstereifel 1995, Jennie Appel, Dirk Grosser: Brigid, Bielefeld 2023, Erni Kutter: Der Kult der drei Jungfrauen – Eine Kraftquelle weiblicher Spiritualität neu entdeckt, Norderstedt 2003

2     Das „Panta rhei“ fasst die philosophischen Gedanken von Heraklit zusammen, taucht aber wörtlich erst beim Neuplatoniker Simplikios auf.