LeibSein
Beim Erleben im Raum des „Dazwischen“ handelt es sich um einen leiblich spürbaren Seinszustand, öfter von selbst da, aber auch „erweckbar“ als eine innere Resonanz auf ein Etwas, was, wie oben gezeigt, alles Mögliche sein kann.
Wichtig ist mir, zu sagen, dass er eben „tiefer“ liegt als alles andere, was wir „normalerweise“ leiblich wahrnehmen können, er also quasi das tiefst mögliche Erleben in uns darstellt! Wie eine Unterschicht, „hinter“ oder „unter“ Gefühlen, konkreten Empfindungen, etwas, was aber auch keine Intuition ist, sondern eine lebendige Schicht oder ein Fließen in einer wahrnehmbaren Qualität!
Dieser Seinszustand stellt nicht das dar, was ich bin, sondern wie ich momentan lebendig da bin! Ein lebendiges Da-sein, das noch nicht mitteilbar ist, ist es doch noch vor jeder konkreten Ausdrückbarkeit, also noch ganz unmittelbar, vor jeder „Trennung“ oder Bewusstwerdung!
Das schiere Erleben des „Dazwischen“, der Zone zwischen dem Unbewussten und Bewussten steht also mit unserer höheren Selbst-Quelle beziehungsweise FeuerWirbel in Beziehung, aus der ständige Erneuerung, Führung, Inspiration … geschieht, aber eben noch implizit. Zwar schon erlebbar, aber noch nicht „begriffen“ oder geformt/gestaltet oder „materialisiert“!
Letztlich schließe ich daraus, dass das, was Eugene Gendlin den Felt Sense genannt hat, nichts anderes ist als unser fließendes Selbst, unser SelbstSeelenGespür! Das, was wir, in uns hineinspürend, als uns selbst in einer ganz authentischen und ursprünglichen Weise von uns als existent und für wahr nehmen können! Unsere momentane innere Wahrheit und Wirklichkeit im Sinne von Echtheit!
Die von mir als SelbstSeelenGespür bezeichnete Seelen- oder sogar
Aus diesem Grund ist es natürlich mein Herzensanliegen, genauer über diese „Fähigkeit“ zu sprechen, vor allem darüber, wie man sie erlangen, zumindest sich ihr annähern kann.
Selbstverständlich halte ich es für eine wesentliche Bedingung dafür, dass man zuerst seine heteronomen Prägungen kennengelernt und die stärksten davon abgebaut oder positiv verwandelt hat, sich also im Zustand einer überwiegenden Ich-Autonomie befindet. Und da ja die erste Stufe des Selbst, das Körperselbst, grundsätzlich gegeben ist, kann uns hier sowohl die Erkenntnis als auch das Empfinden der eigenen Leibganzheit eine Basis dafür geben, in einem nächsten Schritt bereit zu sein, das zu erwerben, was ich SelbstSeelenGespür nenne.
Eine von mir als dafür sehr förderlich erlebte Methode ist das erwähnte Focusing.
Mir selbst ist Focusing schon Anfang der 1990er-Jahre im Rahmen meiner personzentrierten Gesprächspsychotherapieausbildung begegnet und hat mich seitdem nicht mehr verlassen. Es stellt gewissermaßen die körpertherapeutische Ergänzung zu Carl Rogers Ansatz dar und ist in Zusammenarbeit von Eugene Gendlin und Rogers entstanden, geht aber inzwischen für mich weit, weit über diesen Bezug hinaus. Das habe ich aber erst später erkannt, vor allem bezogen auf den Kern von Focusing, den sogenannten Felt Sense.
Eugene Gendlin (1926–2017), der Begründer des Focusing, war ein Leibphilosoph, gebürtiger Wiener, der in der Nazizeit in die USA ausgewandert ist und dort später eng mit Rogers zusammengearbeitet und geforscht hat.
Während nun aber Carl Rogers personzentrierter Ansatz, wie er heute genannt wird, sich auf die äußeren, zwischenmenschlichen Bedingungen bezogen hat, die gegeben sein sollten, damit sich ein Mensch oder ein „Klient“, der beraten oder therapeutisch begleitet werden will, weiterentwickeln und zu sich selbst finden kann, hat Gendlin sich dafür interessiert, was in jenen Menschen geschieht, die – relativ unabhängig vom Therapeuten und der Therapierichtung – am meisten von ihrer Therapie profitieren. Denn: Er hatte beobachtet, dass er schon nach ein oder zwei Sitzungen mit einem Menschen wusste, ob er oder sie viel von der gemeinsamen Arbeit haben, sich wirklich wandeln oder die Wirkung eher an der Oberfläche bleiben würde.
Er fand dann, an diesem Thema weiterforschend, heraus, dass die, ich nenne sie mal: erfolgreichen Klienten nicht nur über ihre Probleme nachdenken, also über das schon Bekannte reflektieren, sondern immer wieder bewusst kleine Pausen einlegen, dass sie nach innen, in ihren Leib spüren und sich mit „etwas“ da drinnen, also etwas zwar körperlich Gespürtem, aber nicht schnell Benennbarem verbinden. Und er leitete sie an, immer wieder mit solchen kurzen „Spürpausen“ und in einem inneren Hin und Her zwischen Sprechen und Spüren zu versuchen, ihr unmittelbares Erleben einzubeziehen und in möglichst stimmige Worte zu fassen. Beziehungsweise einfach zu beschreiben, was da gerade im inneren Erlebensfluss, leiblich spürbar, geschah.
Aus diesen grundlegenden Beobachtungen heraus entwickelte er dann das Focusing, denn er wollte es erlernbar oder besser: er wollte wiederfindbar machen, was da einigen Menschen, die an ihrer eigenen Weiterentwicklung „arbeiteten“, auf offensichtlich natürliche Weise, also im Grunde von selbst (!), gelang. Demgemäß entwickelte er diese von ihm Focusing genannte Methode so weiter, dass sie primär zu einer Selbsthilfemethode für jeden wurde, weil er hierin ein natürliches, dem Menschen angeborenes Potenzial erkannte, das allerdings den meisten – und ich sage jetzt: besonders durch heteronome Prägungen im Prozess des Heranwachsens verloren gegangen, zumindest aber bei ihnen nie gefördert worden ist.
Gendlin hat das Focusing, „um die Weisheit des Körpers zu erschließen“, in eine 6-Schritte-Methode verpackt, die sich nun jeder systematisch aneignen kann. Darauf aufbauend, gilt Focusing als Therapieausbildung, sodass ein Therapeut – unabhängig von der Therapierichtung, in der er ausgebildet ist – immer wieder in ihm geraten erscheinenden Situationen das Focusing einbeziehen kann.
Ich selbst, durch meine liebe Lehrerin Agnes Wild-Missong zur Focusing-Therapeutin ausgebildet, fand es stets absolut faszinierend, dass ich Klienten quasi dabei beobachten konnte, wie sie sich hierdurch wandelten! Nach einer Focusing-Sitzung hatte sich zwar anscheinend äußerlich nichts geändert, aber auf einmal war eine neue Perspektive da, ein Stück mehr körperliche Entspannung, ein tiefes Aufatmen geschahen, ein kleiner, spürbarer Energieschub oder sogar eine kleine Euphorie, ein Strahlen …!
Ich möchte nun hier keine detaillierte-Einführung ins Focusing geben, sondern verweise dazu auf meine Literaturliste und das DAF-Focusing-Institut in Würzburg.1 Ich will aber versuchen, diese Methode beziehungsweise „Technik“ etwas mehr in den Rahmen dessen zu stellen, worum es mir hier primär geht, habe ich es doch, wie oben gesagt, selbst als entscheidenden Schritt auf dem Weg zur tieferen Entwicklung des wahren Selbst, ja unseres seelischen und spirituellen Potenzials erfahren.
Besonders dieses gelassen-konzentrierte tiefe Hineinspüren in sich selbst, dieses Gewahrwerden von etwas, das noch vor jeder benennenden Einordnung liegt, habe ich, wenn ich früher Menschen ins Focusing eingeführt habe, immer schon als ein „Schöpfen aus der eigenen Quelle“ erkannt und auch so benannt. Also als einen Vorgang eigenen inneren schöpferischen Wirkens. Das hier wirkende Wirk-Zeug ist nämlich der Mensch selbst, ist sein eigenes, von mir als „zweites“ benanntes „Selbst“. Und das dadurch fortschreitende „Werk“ ist die Ganzheit des Menschen selbst in beständiger Entfaltung seines Wesenspotenzials. Und das meint dann letztlich das Inkarnieren seines seelischen und spirituellen innersten Kerns.
Und so ist immer auch der Mensch und dieser Prozess gemeint, wenn ich meinen ganzen hier vorgestellten Text als „Werk und Wirkstatt“ bezeichne.
Natürlich kann – muss aber nicht – damit auch ein schöpferisches Wirken außen, einhergehen, sei es durch tatsächliches Wirken in der Welt der Kunst oder einer neuen oder anders fundierten Hinwendung zu Mensch, Welt oder Natur. Dann kann Focusing auch dabei helfen, bisher verschüttetes eigenes Potenzial in diesen Bereichen freizulegen und zu entfalten. Es ist ja wirklich eine elementare schöpferische Selbstfindungs-, Wandlungs- und Transformationsmethode, die ihre Basis in uns selbst, unserem Leib, vor allem in dem in uns inkarnierten kosmischen Feuerwirbel der Göttlichen Energie hat!
Obwohl ich persönlich aufgrund meiner stärkeren Ausrichtung aufs Weibliche und Spirituelle lieber vom SelbstSeelenGespür spreche, bleibe ich in diesem Abschnitt beim Begriff Felt Sense, den Gendlin selbst als das Herz- oder Kernelement des Focusing geprägt hat und der als Fachbegriff so beibehalten worden ist.
Er meinte damit eine „gefühlte oder leib-sinnlich spürbare Bedeutung“. Etwas genauer beschreibt er diesen sense als etwas wirklich im Körper Spürbares, aber noch nicht Klares, ein Wissen, das man innen schon fühlbar, spürbar „hat“, das „da“ ist, aber ohne dass man es schon konkret ausdrücken könnte. Er nennt es auch ein implizites Wissen. Das führte ihn zu der Erkenntnis, dass der Körper – weit über alle Kapazitäten des Verstandes hinaus – schon immer, implizit, einen nächsten Schritt, Möglichkeiten oder Optionen in sich „trägt“, was er die Fortsetzungsordnung nennt. Für mich entspricht sie dem Wesen des lebendigen inneren Selbstes, das sich immer neu aktualisiert, also irgendwie gerichtet, aber noch nicht festgelegt, zu Form und Weiterentwicklung drängt.
Die gewissermaßen „frohe Botschaft“ ist: „Jeder ‚hat‘ einen Felt Sense!“ Aber kaum einem ist er bewusst. Und deshalb können viele nichts oder kaum etwas damit anfangen (vielleicht nennen es manche „Bauchgefühl“), wenn sie so ein Innengespür erleben, geschweige denn, dass sie es als so etwas Wichtiges „an sich“, besser „in sich“ ansehen und darauf „hören“ oder versuchen, es als ersten unmittelbar spürbaren Ausdruck ihres persönlichen Selbst und späterhin als noch viel mehr (!) zu verstehen. Ja ihn, nach einiger Übung, sogar selbst aufzurufen, was durchaus möglich ist!
Wegen seiner großen Bedeutung für unsere gesamte Lebenserweiterung sowie unsere spirituell-seelische Entwicklung möchte ich noch einige konkrete Beispiele für dieses vorsprachliche, implizite Wissen geben.
Es ist also, um es noch einmal zu sagen, eine Art Gestimmtheit, etwas Atmosphärisches, meistens tatsächlich im Bauchbereich, also in unserer Mitte. Ein Gefühl in Folge von „etwas“, einem Geschehen, einer Situation, einem Problem, einer Erinnerung, einem Vorhaben ….
Ein banales erstes Beispiel: Ich habe meinen Schlüssel verlegt und gehe in meiner Vorstellung alle Plätze in verschiedenen Zimmern und an verschiedenen Orten durch, überlege, wo und wann ich ihn wohl zuletzt hatte und hingelegt haben könnte? Während dessen entsteht ein „Bauchgefühl“ von Anspannung – „er“ weiß es schon, aber „Ich“ noch nicht! Ich spüre: Nein in der Küche nicht, also weiter …. Ich bleibe bei diesem vagen Spüren … bis, … ja! Ich hab’s: Er liegt im Bad auf dem Schränkchen, denn da hab ich ihn gestern Abend, nachdem ich nach Hause gekommen bin, hingelegt. Ich bin erleichtert.
Dieses leiblich spürbare Entspannungsgefühl nennt Gendlin einen shift, weil damit eben eine kleine spürbare Wandlung, in mir in Richtung von „gelöst“, entspannt …, ein Seufzer der Erleichterung verbunden ist: „Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen“ oder so was.
Ein anderes Beispiel: Ich denke an eine mir ganz liebe Freundin, die ich länger nicht mehr gesehen habe, erinnere mich an das letzte Treffen mit ihr, da gab es eine Situation, in der sie etwas gesagt hat, was mir total quer gegangen ist … Ich sehe sie gleich und habe nun, wenn ich in meinen Bauch spüre, da – neben dem Gedachten – so ein „komisches Gefühl“: einen Felt Sense.
Oder: Ich komme in einen Raum mit vielen Menschen, kenne keinen, bekomme aber direkt ein Gefühl bezogen auf die Atmosphäre mit, merke, dass da irgendetwas Weites, Einladendes, Helles, Lichtes … mich Anziehendes ist … – mein Felt Sense „sagt“ mir das. –Oder ich spüre etwas Gegenteiliges und fühle mich nicht wohl …
Ein weiteres Beispiel: ich lese ein Buch … plötzlich wird es spannend, ich merke, dass mich da was berührt, mich irgendwie „angeht“, mich reizt, fasziniert … ich lese gespannt (!) weiter … und irgendwann kapiere ich etwas total Neues und merke eine Freude in mir aufsteigen und ein Jubeln, weil ich auf einmal die Welt neu sehe!
Ein letztes Beispiel: Ich besuche eine Ausstellung von Paul Gauguin … und fühle mich wie magisch von dem wunderschönen Paradies-Frauenbild „Arearea“ angezogen. Es erscheint mir wie aus einer anderen Welt, eine ganz bestimmte Stimmung wird in mir resonierend ausgelöst, meine vorherige Stimmung wandelt sich …. Das, was ich jetzt weiter beschreiben könnte, wäre der sich entfaltende Felt Sense, den ich leiblich spüre, dessen „Bedeutung“ für mich ich aber erst tastend und annähernd erschließen kann.
Neben der Möglichkeit, dass, wie in diesen Beispielen, ein Felt Sense in mir quasi von selbst entsteht, gibt es auch jene, ihn bewusst zu aktivieren. Wenn ich zum Beispiel in einem Gespräch mit einem Arzt bin und eine Entscheidung bezüglich einer Behandlung ansteht, kann ich kurz innehalten, in meinen Bauchbereich hineinspüren, … eruieren, wie es sich da gerade anfühlt … und merken: Nein, da stimmt noch was nicht, keine wirkliche Zustimmung, ich brauche noch Zeit, da sind noch Fragen offen. Und ich bin, wenn ich schon so frei bin, auf meinen Felt Sense zu hören und nicht einfach der ärztlichen Autorität zu folgen, in der Lage, das dem Arzt auch zu sagen und mir gegebenenfalls noch Bedenkzeit zu nehmen.
Schon solche Alltagsbeispiele können zeigen: Wenn ich einmal weiß, was ein Felt Sens ist, kann ich ihn, wann immer ich will, in mir finden. Und ich kann mit ein bisschen Übung lernen, meinen Organismus einzuladen, um mir zu allem, was ich zu einer Sache oder Frage bewusst weiß, durch dieses FühlGespür mitzuteilen, was „er“ darüber mehr, umfassender, ganzheitlicher „weiß“ oder „meint“ als mein bewusstes, vernünftiges Denk-Ich.
Nun sagte ich ja, dass für mich in der Erkenntnis all dessen noch eine weitere, innerlichere Türe offensteht im Kontext unseres ganzen LeibSeins, im Bewusstsein einer umfassenden Ganzheitlichkeit allen Seins: eine Türe, durch die sich eine Fortsetzung des Weges zum wahren Selbst, ja darüber hinaus zur Seele, zur SchöpferSpiritualität, für mich: zu
Es sollte ja klar geworden sein, dass ich hier von einem leiblich spürbaren Seinszustand spreche, welcher einerseits von selbst „da sein“ kann, der aber auch „erweckbar“ ist als eine innere Resonanz auf ein „etwas“, das, wie oben gezeigt, alles Mögliche sein kann.
Wichtig ist also, zu verstehen, dass dieser Seinszustand oder jetzt: diese Ebene meines Seins oder „Schicht“ meiner Person „inwendiger“, „tiefer“ liegt als alles andere, was wir leiblich wahrnehmen können. Dass wir uns dadurch quasi ins „Tiefste in uns“ einschwingen, zu diesem Tief-Inneren in Kontakt treten, es als etwas tatsächlich auch wir selbst Seiendes wahrnehmen und bewusst er-leben können. Wie eine Unterschicht, „hinter“ oder „unter“ unseren „normalen“ Gefühlen, als tatsächliche, konkrete Empfindung, die weder eine spirituelle Spekulation noch eine Illusion ist, sondern eine lebendige Schicht oder ein Fließen einer bestimmten, wahrnehmbaren Qualität in unserem Organismus.
Diese Fühl-Ebene stellt also nicht nur dar, wie ich momentan auch (oder überhaupt als Ganzes) lebendig da bin, sondern auch, was ich mehr bin als das, was ich bisher von mir und über mich gewusst habe!
Spätestens hier kann nun aber klar werden: dieser Felt Sense Gendlins entspricht, ja ist identisch mit dem schieren Erleben eines bisher nicht wirklich „sachlich“ erlebbaren „Dazwischen“, also einer Zone oder Schicht, in der Unbewusstes ins Bewusste übergeht!
Ich hatte diese Zone in meinen Schalenmodellen als die Schicht oder Schale bezeichnet, in die aus unserer tief-innersten – oder „höheren“ – „Selbst-Quelle“ oder unserem „FeuerWirbel“ ständige Erneuerung, Führung, Inspiration geschieht. Implizit zwar schon erlebbar, aber noch nicht „begriffen“ oder geformt/gestaltet oder „materialisiert“!
Aber als spürbar. Als etwas, durch das sich jenes nicht mehr nennbare, uns ewig unbewusst bleibende Mysterium der/unserer Existenz in uns selbst inkarniert.
An dieser Stelle könnte ein Missverständnis entstehen: Ich will ja nicht behaupten, dass diese durch den Felt Sense erspürbaren Botschaften unmittelbare Äußerungen dessen sind, was wir im religiösen Sinne unter Seele verstehen. Ich erinnere an die Worte „Tor“ oder „Türe“ zu unseren tieferen, unbewussten Schichten. Also spreche ich von einem Gespür für mein tiefes (jenes zweite) Selbst und damit gewissermaßen vom Erreichen eines neuen Ganzheitszustandes in mir.
Erst dieser Ganzheitszustand wiederum ist nun die Voraussetzung dafür, dass sich in mir –durch ihn – ein Bewusstsein einstellen kann, dass ich mit einer transpersonalen Kraft verbunden sein könnte!
Ich sage mit Absicht: könnte, denn auch hier ist jenes Phänomen „im Spiel“, das ich an anderen Stellen bereits mehrmals als ganz entscheidend angesprochen habe: mein eigenes Wollen! Ein Wollen im Sinne einer Annahme, eines Glauben-Wollens. Besser vielleicht noch: im Sinne einer freudigen Hoffnung, dass sich hier tatsächlich etwas Transzendentes kundtut. Eben: die Seele.
Und es bestätigt sich tatsächlich dann das, was man auch hier eine self-fulfilling prophecy nennen könnte: nämlich, dass sich immer mehr Impulse in mir und um mich herum einstellen, die mir tatsächlich eine immer deutlichere faktische Verbundenheit mit etwas Heilend-Heiligem, letztlich dem Göttlichen oder
Von diesem Gespür werde ich im nächsten Menüpunkt SelbstSeelenGespür ausführlicher sprechen.
Anmerkung
1 Um das Focusing zu lernen, finde ich die Bücher von Eugene Gendlin selbst hilfreich, ebenso die von Ann Weiser Cornell, Agnes Wild-Missong, Johannes Wiltschko und Klaus Renn.
Eine ausgezeichnete Verbindung zwischen Focusing und Buddhismus stellt David I. Rome in seinem Buch „Dein Körper gibt die Antwort“ her.
