GöttinVerwirklichung
Schon im Text „Was bedeutet für mich Heilen?“ unter dem Menüpunkt Heilen habe ich erklärt, dass sich aus meiner Sicht tiefes Heilwerden nicht ohne „Religio“, also nicht ohne den uns wieder an- und zurück-bindenden Bezug (religare, lateinisch rück-/anbinden) zum eigenen und auch kollektiven Unbewussten einstellen kann. Letztlich nicht ohne das Gefühl einer Anbindung an etwas Größeres, eine Art „Rückhalt“ oder Verankerung dort, woher wir stammen: als Mensch in der Äonen alten Gemeinschaft der Menschheit, als Teil der Natur in dieser und darin wieder in der elterlichen ewigen Quelle alles Erschienenen, im „mütterlichen Urgrund“, unserem SchöpferWesen, das ich als die ewige große
Nun soll uns aber auch bewusst sein, dass eine solche Rückbindung nicht nur Gehaltensein, Lebensvertrauen und auch vielleicht Hoffnung mit sich bringt, sondern auch unsere menschlich-persönliche Reifung und Potenzialentwicklung fördert. Wir also durch den Bezug, ja unser Eingebettetsein in eine universelle Verwebung in unserem Inneren den zweiten, also den persönlichen „Ankerplatz“ dieses Angebundenseins haben. Und diesen unsere Seele nennen. Vielleicht auch unser Tiefenwesen, unsere „wahre Natur“ mit all ihren bis dahin uns völlig unbekannten, in uns schlummernden Kräften, Mächten und Möglichkeiten. Also „
In einem neuen paradigmatischen Menschenbild, welches den Menschen nicht ausschließlich als biologisches, genetisch bestimmtes Wesen ansieht, sondern eben auch als ein ins Transzendente hineinragendes und von diesem wiederum nicht nur beeinflusstes, sondern auch geleitetes Wesen, braucht es ein tieferes Verständnis für das sich ständig wandelnde und schöpferisch sich gestaltende Lebendige in uns. Wir könnten quasi auch sagen: ein neues Verständnis für die Quelle unseres Seins. Für mich eben: die Seele. Und damit der Bereich des Göttlichen als „GöttinS“, der AllLiebenden, Wandlerin und Gebärerin.
Schauen wir nun also in diesen immer fließenden Seelenbereich, wandern wir also in die unterirdischen Gewölbe unseres Leibes (der eigentlich ein
Tiefenpsychologisch, etwa mit C. G. Jung gesprochen, tauchen wir damit in unserem inneren Kosmos hinein in den stillen See unseres persönlichen Unbewussten und dort dann immer weiter hinab in die Tiefenströmungen des „Ozeans“, des Meeres, von „la mère“, der „Mutter“. Oder, moderner ausgedrückt, in die „Matrix“, aus der ja, wie es heißt, nicht nur alles Leben entstanden sein soll, sondern sich in ständigem Wandel auch von Moment zu Moment neu gebiert.
Bezogen auf das von mir unter dem Menüpunkt LeibSein dargestellte Spiral-Schalen-Modell des Leibes befinden wir uns also jetzt jenseits der seismonomen Membran im Bereich der noch unzivilisierten Wildnis mit ihren „Ureinwohnern“, den sogenannten Archetypen. Den urtümlichen schöpferischen Urkräften, die ich bisher als LiebesGöttin in Form Ihres dreifaltigen FeuerWirbels versinnbildlicht habe.
G. Jung, der dem Ruf der eigenen Tiefe gefolgt ist und dem sich dieses innere Reich auch vielfältig erschlossen hat, konnte feststellen, dass diese Schicht unseres menschlichen Wesens eine formbildende (morphogenetische) Tendenz besitzt und sich wohl zuallererst in unseren inneren Bildern oder Idealen als Gestaltungen des Unbewussten ausdrückt und sichtbar wird.
Vielleicht kann ich es so erklären: Analog der Erkenntnis des Welle-Teilchen-Dualismus auf der Ebene der äußeren Natur scheint in der menschlichen Seele, als dem „Quantenfeld“ unserer inneren Natur, eine untrennbare Wirk-Einheit aus (archetypischen) Kräften und (archetypischen) Bildern zu existieren, durch die und in denen sich das kollektive, uns immer unbewusste TiefenGeistBewusstsein, im Grunde also „
Die Kräfte der Seele wirken, indem sie uns bewegen, uns berühren, oft sogar erschüttern. Sie lösen also in der Regel starke Gefühle in uns aus, energetisieren und vitalisieren uns dadurch. Lösen die Kräfte des Eros, die ich unter diesem Menüpunkt an anderer Stelle beschrieben habe, in uns aus, die dann begeisternd, aktivierend wirken und uns Handlungsimpulse senden.
Auf diese Weise drängen die archetypischen Seelen-Bilder in Form von Träumen, Visionen, Intuitionen, Einfällen, Herzenswünschen, Offenbarungen oder als Ideale, Leitbilder, Baupläne oder Wirkworte (Symbole) in unser Bewusstsein und können dann wiederum von uns weiter geformt, gestaltet und in die Welt gebracht werden.
Schließlich scheint die Seele als Ganzes „in ihrer Mitte“ gewissermaßen eine Art „Hauptarchetypus“ als „Kern“ zu haben, eine Art liebevoll steuerndes GeistWesen oder „Bewusstsein“, das wir uns vielleicht analog unserem Gehirn vorstellen können und welches weise und intelligent, erhaltend und koordinierend, auch regulierend integrativ, also vereinend, aber auch differenzierend wirkt. Insgesamt jedenfalls schöpferisch und evolutionär. Dieses innerste „Steuerungszentrum“ im GesamtSeelischen habe ich thea-logisch (!)
Alles das ist in uns, wirkt und belebt, liebt und treibt uns in unserem Lebensprozess voran und in unsere volle menschliche Entfaltung hinein!
Wir Menschen sind tatsächlich immer schon der lebendig gewordene Ausdruck dieses mysteriösen und letztlich immer geheimnisvoll bleibenden göttlichen Werdens, Wandelns und Wirkens! Sind Töchter und Söhne dieser SeelenGöttin, Person gewordenes Ebenbild dieser alles immer wieder wandelnden unfassbaren schöpferischen LiebesWesenheit!
Was hat das aber nun mit dem nächsten Schritt in unsere GöttinErfahrung und GöttinVerwirklichung zu tun?
Ich meine: Ganz viel!
Denn: Wenn wir zu unserer Leibganzheit gefunden haben, bei „uns selbst“, also in unserer „Mitte“ angekommen sind, sind wir – eigentlich dieser unendlich kleine Mikrokosmos – uns plötzlich unseres unendlichen kosmischen Selbstes bewusst geworden. Also dessen, was wir in Wahrheit und Wesenheit wirklich wirklich sind! – Wodurch wir in das erfahrene, erlebte SelbstBewusstsein unserer Tochter- oder Sohnschaft von
Und diese Wahrheiten sind erfahrbar! Und sie können zum unumstößlichen Wissen und zur Basis unseres persönlichen weiblichen und männlichen, leiblich verankerten SelbstBewusstseins werden. Uns dadurch zutiefst heilen, wieder religiös anbinden und auch uns selbst permanent schöpferisch ermächtigen!
Eines ist auf jeden Fall ganz klar: Jede vollständige personale Menschwerdung, also unsere geistig-seelische und manchmal auch körperliche Heil-Werdung, unsere gesunde und wahre SelbstVerwirklichung braucht es nicht nur, dass wir unser Eros-Agape-Liebespotenzial leben, sondern es braucht beziehungsweise kommt nur zustande durch unseren engen Bezug zu sowie unserer Führung aus unserem „Höchsten oder Tiefsten“. Nämlich aus dem Seelischen und
Und auch das kann ja gar nicht anders sein! Nicht nur, weil wir menschlichen Lebewesen von Anfang an Beziehungswesen und aus geschlechtlich-sexueller Liebe mütterlich Geborene sind! Und auch nicht nur, weil wir „soziale Wesen“ sind. Sondern weil wir darüber hinaus Wesen sind, die nicht hauptsächlich durch unsere Triebe und Instinkte gesteuert sind, sondern uns nur im Reigen anderer Menschen, ja sogar im vorgestellten Ganzen der irdischen Bedingungen, ja des gesamten Kosmos definieren. Wir wissen ja immer mehr davon, dass wir in einer ganzen Fülle von Bezügen existieren, die alle sowohl existenziell wichtig als auch lebensbestimmend für uns sind.
Weil das aber so ist, ist eben auch AgapeLiebes-Verwirklichung, also die Verwirklichung von
Anmerkung
1 Durch meine Wortwahl soll hier nicht der Anschein entstehen, dass der Mann im biologischen Sinne der alleinige aktive Samengeber sei, die Frau „nur“ das passiv aufnehmende Gefäß, die „Gebärmaschine“, wie es im vorwissenschaftlichen Zeitalter noch gesehen wurde. Beide Geschlechter mischen ihr genetisches Potenzial miteinander, und auch das Empfangen und Verwerten von Impulsen ist ein hochsensibler und komplexer und sehr aktiver beidseitiger Vorgang. Faszinierend finde ich vor allem – wie in der biodynamisch orientierten Embryonalforschung erkannt –, dass selbst die biologische Herausformung des Embryos ein wundersamer interaktiv-dyadischer, überwiegend unbewusster Beziehungsprozess zwischen Mutter und Kind ist, wie es der Embryologe Erich Blechschmidt durch seine Forschungen herausgefunden hat.
